Internistische Gemeinschaftspraxis Hamburger Straße in Buchholz / Nordheide

Darmspiegelung (Koloskopie)

Bei der Darmspiegelung werden End- und Dickdarm mit einem flexiblen, hochauflösenden Videoendoskop untersucht.

Wann wird eine Darmspiegelung nötig?

  • Darmkrebsvorsorge
  • Unklare Bauchschmerzen
  • Durchfälle oder Verstopfung
  • Blutarmut
  • Gewichtsverlust
  • Blutabgänge aus dem Darm
  • Starke Blähungen
  • Positiver Stuhltest auf verborgenes Blut

                                                ..sind einige der häufigsten Gründe für eine Darmspiegelung

Wie wird die Untersuchung durchgeführt?

Eine Darmspiegelung wird in den allermeisten Fällen unter Kurznarkose („Schlafspritze“) durchgeführt, d.h. der Patient schläft bei der Untersuchung. Eine Durchführung im wachen Zustand ist aber prinzipiell auch möglich. Die Spiegelung dauert durchschnittlich ca. 15 - 20 Minuten, in einigen Fällen (z.B. bei der Entfernung von Polypen) sind auch längere Untersuchungszeiten möglich.

Welche Risiken bestehen dabei?

Die Darmspiegelung ist eine sehr sichere und risikoarme Routineuntersuchung. Die Verletzung der Darmwand (Perforation) ist äußerst selten (aktuelle Studie*: in 0,03% der Fälle, also 3 von 10.000). Blutungen, z.B. bei der Entfernung von Polypen, sind selten und können meistens entweder durch vorbeugende Maßnahmen von vornherein verhindert werden oder noch während der Spiegelung gestoppt werden.

Was sind Polypen und warum müssen sie entfernt werden?

Polypen sind Wucherungen der Darmschleimhaut, die zunächst gutartig sind. Über längere Zeit kann aus ihnen jedoch ein Darmkrebs entstehen. Nahezu jeder bösartige Darmtumor war vorher über Jahre ein gutartiger Polyp. Durch die Entdeckung und Entfernung der Polypen wird die Krebsentwicklung mit hoher Sicherheit verhindert. Dies ist das Ziel der Darmkrebsvorsorge.

Welche Vorbereitung ist notwendig?

Damit der Darm bei der Spiegelung sauber und gut zu beurteilen ist muss am Vortage der Untersuchung eine Spülung durch eine Trinklösung erfolgen. Bei einem Aufklärungsgespräch mit dem Arzt im Vorfelde der Untersuchung erhalten Sie detaillierte Informationen zur Durchführung der Spiegelung sowie zur Vorbereitung.

Was geschieht nach der Spiegelung?

Sie sind nach der Darmspiegelung schnell wieder wach und kommen zum Ausschlafen in den Aufwachraum. Der behandelnde Arzt wird Ihnen dann in einem Abschlussgespräch das Untersuchungsergebnis mitteilen und einen Befundbericht für den Hausarzt mitgeben. Essen und Trinken ist nach der Spiegelung im Normalfall sofort wieder möglich. Im Falle einer erfolgten Kurznarkose sollten Sie sich nach der Untersuchung abholen lassen. (s.a. „Kurznarkose“)

Welche Alternativen gibt es?

Die sogenannte "virtuelle Koloskopie" ist ein Röntgenverfahren mittels einer Computertomographie (CT). Die Nachteile hierbei sind die damit verbundene Strahlenbelastung sowie die fehlende Möglichkeit zur Entnahme von Gewebeproben und Entfernung von Polypen. Diese Methode ist eine ergänzende Option falls eine reguläre Darmspiegelung in seltenen Fällen technisch nicht möglich ist. Die "Kapselendoskopie des Dickdarmes" ist eine Untersuchung mit einer geschluckten Videokapsel. Die Nachteile hierbei sind die fehlende Steuerbarkeit der Kapsel, die hohen Kosten von ca. € 1300,- (in aller Regel vom Patienten selber zu tragen) sowie ebenfalls die fehlende Möglichkeit zur Intervention (Gewebeproben/Polypenentfernung). Bei beiden Verfahren ist jeweils auch die vorherige Darmreinigung unerlässlich. Beide Methoden stellen zum jetzigen Zeitpunkt keine gleichwertige Alternative zur Darmspiegelung dar.

Darmspiegelungen in unserer Praxis:

Aktuell werden in unserer Praxis ca. 1500 Darmspiegelungen jährlich durchgeführt. Wenn notwendig kann eine Darmspiegelung kann auch in Kombination mit einer Magenspiegelung am selben Tag durchgeführt werden.

Die hygienische Aufbereitung und Desinfektion der Untersuchungsgeräte (Endoskope) erfolgt nach jeder Spiegelung in einer modernen speziellen Waschmaschine. Die absolute Gründlichkeit und Zuverlässigkeit dieser Reinigung unterliegt regelmäßigen Kontrollen durch die zuständige Behörde und wird jeweils mittels eines entsprechenden Zertifikates bestätigt.

Die Assistenzkräfte in der Endoskopie verfügen über spezielle Aus- und Weiterbildungen (Assistenz beim Endoskopieren inkl. Polypenabtragung; Aufbereitung der Endoskope; Assistenz bei der Durchführung einer Kurznarkose).

 

 

 

* Auswertung von 236.000 ambulanten Darmspiegelungen, veröffentlicht in „Endoscopy 2009; 41: 1015 – 1028. Autor der Originalarbeit: Crispin A et al.; referiert durch Prof. Dr. A. Tromm in „GastroNews 2010; 1:19“